Wenn du deinen BU Schutz in die Tonne treten kannst!

Heute habe ich mal wieder einen Fall auf dem Tisch liegen bei dem mein Puls deutlich über Norm schreitet.

Eine Neukundin rief mich vor ein paar Wochen an und erzählte mir, dass sie ein „ungutes Gefühl“ mit ihrer Berufsunfähigkeitsabsicherung hat. Diese hat sie 2013 ziemlich unbedacht und auf die Schnelle abgeschlossen. Nachdem ich gerade erst mit und für ihren Freund auf sehr umfangreiche und sorgfältige  Art und Weise den BU Schutz beantragt habe, hat sie die Vermutung, dass ihre Berufsunfähigkeitsversicherung vielleicht doch nicht so wertvoll ist. Kurzum, sie macht sich berechtige Sorgen!

Wir haben darauf hin sämtliche Diagnosen von den Kassenärztlichen Vereinigungen angefordert.

Im Beitragsbild sieht man den Bereich des Antrages, bei dem die Kundin die Gesundheitsfragen beantworten muss. Alle Fragen wurden mit NEIN beantwortet was bedeutet, dass die Kundin rund um gesund ist UND im abgefragten Zeitraum der letzten 5 Jahre nicht beim Arzt war wegen den aufgeführten Krankheiten und Beschwerden.

Nach nun einstündiger Einsicht ihrer Krankenakten komme ich aber auf folgende Diagnosen ab 2009 beginnend (hier starkt zusammengefasst):

 

Zystits = Blasenentzündung
bösartige Neubildung eines Harnorgans = bösartiger Tumor
Tonsillitis = Mandelentzündung
 Gastroenteritis und Kolitis = Magen Darm Infekt
chronische Lungenkrankheit mit akuter  Exazerbation = erhebliche Lungenkrankheit
Rhinopathie = Erkankung der Nase
Zeruminalpfropf = Ohrenschmalzpfropf
Otitis externa = Außenohrentzündung
Isolierte Proteinurie = übermäßiges Ausscheiden von Proteinen
Dysmenorrhe = Menstruationsbeschwerden
Tubulointerstitielle Nephritis = Nierenbeckenentzündung
Melanozytennävus = Muttermal
akute Laryngitis = Kehlkopfentzündung
Myopie = Kurzsichtigkeit
Dermatitis vesiculatis = Infektionskrankheit durch Herpes
 Pneumonie = Lungenentzündung
 Dysphagie = Schluckstörung
Mastodynie = Schmerzen in der Brust
Erosion u Ektropium der Cervix uteri = Erkrankungen der Gebährmutterschleimhaut
Polyurie = krankhaft erhöhte Urinausscheidung

 

Die Kundin war zwischen 2013 und 2009 30!! Mal beim Arzt wegen den o.g. Krankheiten! Mit welchen Diagnosen die Kundin letztendlich wirklich Probleme hatte und welche falsch abgerechnet wurde muss ich erst noch mit Dieser besprechen.

Dumm nur, dass der damalige Vertreter der die Berufsunfähigkeitsabsicherung mit ihr abgeschlossen hat, die Gesundheitsfragen überhaupt nicht mit ihr besprochen hat sondern einfach eigenständig den Antrag ausgefüllt hat. Und dumm das sie ihn gutgläubig unterschrieben hat. Noch viel ungünstiger für den Vertreter ist die Tatsache, dass dieser eine bereits bestehende BU Absicherung der Kundin einfach gekündigt hat um diesen, aktuell völlig wertlosen BU Vertrag, mit der Kundin abzuschließen! Diesen Vorgang muss ich für meine Kundin rechtlich prüfen lassen denn mit dem aktuellen Vertrag würde sie im Leistungsfall vermutlich keinen Cent sehen da sie die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt hat!

Fazit: Überlegen Sie es sich gut, wem Sie die Absicherung Ihrer bestehenden Versorgungslücken anvertrauen. Holen Sie sich vorher genaue Informationen über die abgerechneten Diagnosen der Ärzte ein, denn als gesetzlich krankenversicherter Patient werden Ihnen diese nicht genannt. Die Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein sehr sensibles Thema! Gehen Sie es daher in Ruhe und mit ausreichender Sorgfalt an!

Es grüßt Sie herzlichst

Marlene Drescher

Ihre Versicherungsmaklerin im Leinatal

6 Kommentare

Percy Grüterich

Super Artikel! Sehr gut ein extrem wichtiges und sensibles Beratungsthema beschrieben
Die Menschen müssen verstehen saß es nicht um irgendeinen schnellen Versicherungsschei… geht, sondern um ihre eigene Existenz.

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Max

Schönen Artikel – Wie genau kann man die Auskunft bei seiner Krankenkasse bzw. Kassenärztlichen Vereinigung beantragen? Ich beabsichtige auch einen BU Schutz, weiß aber nicht 100% ig wann und wo ich in Behandlung war?

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Klaus Drewicke

Hallo Frau Drescher,
ich bin ein Kollege aus Hannover und habe gerade ihren Beitrag zur BU gelesen. Sie haben die Problematiken, bezüglich der BU Antragsaufnahme und deren Folgen, aus meiner Sicht sehr gut dargestellt. Solche Vermittler braucht kein Kunde. Auf ähnliche Fälle stoßen wir leider auch ab und zu. Eine Frage nun noch: Erhalten Sie von der kassenärztlichen Vereinigungen stets Auskunft?

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